Mehrtheater Ausblick: 4 Fragen an ...

Werner Schroeter, mit seinem Film `Diese Nacht` zu Gast in Münster

Werner Schroeter in Muenster
Werner Schroeter (Foto: Ralf Emmerling, Münster)

Am 7. April 2009 wird der gebürtige Thüringer, einer der letzten großen Melodramatiker der europäischen Kulturszene, 64 Jahre alt. Für die Romanverfilmung „Diese Nacht“, seinem ersten Film seit 2002, machte der Theater-, Opern und Filmregisseur auch Station in Münster. Mehrtheater-Redakteur Christian Gertz hat die Gelegenheit ergriffen, um dem Kosmopoliten Werner Schroeter auch ein paar Fragen zur Theaterszene in Deutschland zu stellen.



Mehrtheater.de: Herr Schroeter, Sie haben gerade ihren neuen Film „Diese Nacht“ vorgestellt, haben aber auch schon an sehr vielen Theatern und Opernhäusern inszeniert. Beispielsweise auch in Bochum. Verfolgen Sie die aktuellen Vorgänge in der deutschen Theaterlandschaft? Was halten Sie zum Beispiel vom Wechsel des Intendanten Weber, der sehr erfolgreich in Essen arbeitet, und jetzt nach Bochum geht?

Werner Schroeter: Ich hoffe, das bringt eine Verbesserung. Die Essener Oper ist ein Ort, den ich wunderbar finde. Da würde ich gerne arbeiten. Leider hat man mir das nie angeboten. Dieses Theater mit dem Generalmusikdirektor finde ich ganz großartig. Da habe ich viele tolle Sachen gesehen. Vielleicht Deutschland interessantestes Operntheater. Und ich hoffe, dass diese tolle Arbeit auch mit Herrn Weber jetzt in Bochum weitergeführt wird.


Mehrtheater.de: Was halten Sie von den Fusionsplänen der Theaterhäuser Oberhausen und Essen?

Werner Schroeter: Das sind ja Subventionsfragen. Die Kulturförderung ist ein heikles Thema in Deutschland. Das ist hier leider nicht so wie in Frankreich oder Österreich, wo Kultur einen viel höheren Stellenwert hat. Ganz egal was man von Claus Peymann halten will, er hat Recht, wenn er sich darüber beschwert, dass man ihm seinen Erfolg (1,5 Mio Gewinn im Jahr 2008 erwirtschaftet, Anm. d. Interviewers) streitig machen will. Es ist sein Gewinn für das Theater und den will man ihn nun nehmen. Ich finde die Sache, die er heute macht zwar nicht gut aber es ist sein Gewinn, den er allein erwirtschaftet hat.


Mehrtheater.de: Auf ihrer Premierentour mit ihrem Film „Diese Nacht“ bekommen sie die Reaktionen des Publikums live mit. Wie wichtig ist Ihnen als Theater-, Opern- und Filmregisseur der Applaus?

Werner Schroeter: Man freut sich riesig über einen Beifallsturm, keine Frage. Aber genauso freut man sich auch über einen Buh-Sturm. Dann weiß der Regisseur, die Provokation ist angekommen. So ging es mir beispielsweise mit meiner Aufführung von „König Lear“ im Schauspielhaus Düsseldorf. Das ging mit einem solchen Skandal einher. 20 Minuten haben die Leute mich ausgebuht. Die Uraufführung meines Films „Diese Nacht“ nach der Premiere in Venedig hatten wir in Berlin. Mit ein paar einführenden Worten von mir und etwas Musik. Das Haus war voll. Es gab Applaus. Ein tolles Erlebnis. Aber nein, jeder Mensch ist eitel. Natürlich freut man sich über positiven Reaktionen.


Mehrtheater.de: Was ist ihr nächstes Projekt? Vielleicht wieder Theater?

Werner Schroeter: Das kann ich Ihnen noch nicht sagen. Ich weiß es nicht.


Mehrtheater.de: Herr Schroeter, vielen Dank für das kurze Gespräch.

Werner Schroeter: Sehr gerne.

Das Gespräch mit Werner Schroeter führte Christian Gertz

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